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Regelfragen für den Monat Oktober

Provisorischer Ball

Max möchte lieber den provisorischen Ball direkt neben dem Loch spielen, als seinen ursprünglichen Ball, der ins tiefe Rough geflogen ist. Er ist schon auf dem Grün und hat seinen Ball markiert als seine Mitspieler rufen, sie hätten einen Ball im Rough gefunden. Wie darf Max das Spiel fortsetzen?

a) Er kann das Loch mit dem provisorischen Ball beenden und es seinen Mitspielern überlassen, den anderen Ball aufzuheben.

b) Max muss den im Rough gefundenen Ball identifizieren und muss ihn spielen, wenn es sein ursprünglicher Ball ist.

c) Der Spieler kann sich aussuchen, welchen der Bälle er weiterspielen möchte.

Richtige Antwort: Max muss den im Rough gefundenen Ball identifizieren und muss ihn spielen, wenn es sein ursprünglicher Ball ist.

Erklärung: In dem geschilderten Sachverhalt wäre der provisorische Ball zum Ball im Spiel geworden, wenn der Spieler den Ball gespielt hätte, bevor die Mitspieler den Ball im Rough fanden. Die Mitspieler haben das Recht, 5 Minuten nach dem Ball zu suchen. Aber der Spieler hat ebenso das Recht, den provisorischen Ball zu spielen und ihn mit diesem Schlag zum Ball im Spiel zu machen. Das Markieren und Aufnehmen des Balls auf dem Grün ist aber noch nicht mit einem Schlag gleichzusetzen. Erst mit dem tatsächlichen zweiten Schlag wird der provisorische Ball zum Ball im Spiel. Es ist zwar bereits die Intention des Spielers, den provisorischen Ball weiterzuspielen, aber nur eine Handlung, ein Schlag, kann in dieser Situation den provisorischen Ball zum Ball im Spiel machen. Der ursprüngliche Ball ist, weil er gefunden wurde, der Ball im Spiel und der provisorische Ball muss aufgegeben werden (vergl. Regel 27-2c. und Entscheidung 27-2b/1).

 

Eingebohrter Ball – was tun?

Es regnet und der Platz ist nass. Barbaras Ball hat liegt abseits des Grüns in einer Senke und hat sich mächtig in den Boden eingebohrt. „Den musst Du jetzt spielen wie er liegt,“ sagt Mitspielerin Ute etwas schadenfroh. “Kann nicht sein,“ meint Maritta,“ da gibt es bestimmt eine Regel!“

Darf Barbara ihren Ball aus dem Einschlagloch nehmen oder muss sie ihn spielen wie er liegt! Wie sind die nächsten Schritte, um ihn regulär wieder ins Spiel zu bekommen?

Richtige Antwort: Regel 25-2 der offiziellen Golfregularien besagt, dass "ein im Gelände auf irgendeiner kurz gemähten Fläche in sein eigenes Einschlagloch im Boden eingebetteter Ball aufgenommen, gereinigt und straflos so nahe wie möglich der Stelle, an der er lag, jedoch nicht näher zum Loch, fallen gelassen werden" darf.

Erklärung: Zu "kurz gemäht" zählen sämtliche Flächen des Platzes, die auf Fairway-Höhe oder kürzer geschnitten sind; Wege durch das Rough eingeschlossen.

Ein Einschlagloch bezeichnet eine im Boden verursachte Mulde. Als eingebettet gilt der Ball nur dann, wenn er in seinem eigenen Einschlagloch zum Liegen kommt und sich ein Teil unterhalb der Bodenoberfläche befindet.

Wichtig bei Regel 25-2 zu beachten, ist, den Ball nicht - wie sonst oft üblich bei strafloser Erleichterung - innerhalb einer Schlägerlänge fallen zu lassen, sondern "so nahe wie möglich". Im Speziellen bedeutet dies, die Stelle mit einem Tee zu markieren und direkt daneben auf Schulterhöhe den Ball fallen zu lassen. Sollte er dabei zurück in das Einschlagloch rollen, ist das Vorgehen zu wiederholen.

In Einzelfällen darf die Spielleitung Regel 25-2 auch auf das gesamte Gelände erweitern - also auch für Semi-Rough und Rough. Diese Platzregel ist bei internationalen Wettspielen sowie auf US PGA und European Tour üblich.