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Regelfrage für September

(1)Das richtige Verhalten bei der rot gekennzeichneten Penalty Area

Sophia spielt Ihren Ball in eine Penalty Area, die rot gekennzeichnet ist. Wenn sie den Ball nicht aus der Penalty Area herausspielen will oder kann, könnte sie den Ball innerhalb von zwei Schlägerlängen am Kreuzungspunkt, nicht näher zum Loch, droppen lassen. Das gefällt Sophia aber nicht, weil der Untergrund in diesem Bereich abschüssig oder matschig ist. Sie möchte daher auf der Linie Fahne/Kreuzungspunkt des Balles zurückgehen, bis sie eine gute Stelle zum Droppen findet.

Ihr Flightpartner meint, dass Sophia das nicht dürfe, weil bei einer roten Kennzeichnung nur ein Droppen innerhalb von zwei Schlägerlängen möglich sei.

Wer hat recht: Sophia oder ihr Flightpartner?

Sophia hat Recht: Bei einer rot gekennzeichnet Penalty Area gibt es alle Wahlmöglichkeiten der Erleichterung mit Strafschlag, wie bei einer gelb gekennzeichneten Penalty Area, also auch die Möglichkeit, auf der Linie Fahne/Kreuzungspunkt des Balles  zurückzugehen, Regel 17.1.d.

Bei einer roten Penalty Area gibt es nur die zusätzliche Möglichkeit, den Ball innerhalb von zwei Schlägerlängen von dem Kreuzungspunkt zu droppen. Diese zusätzliche Möglichkeit wird sehr oft genutzt, schließt aber die anderen Möglichkeiten der Erleichterung mit Strafschlag nicht.

(2)Der Maulwurfshügel

Nach den Definitionen der Golfregeln stellt der frisch aufgeworfene Maulwurfshügel ungewöhnliche Platzverhältnisse dar, sodass straflose Erleichterung in Anspruch genommen werden kann, wenn der Ball den Maulwurfshügel berührt, in oder auf dem Maulwurfshügel liegt oder der Schwung des Spielers behindert ist,  16.1.a. Der frisch aufgeworfene Maulwurfshügel ist Boden, der durch das grabende Tier hoch gedrückt und verändert wurde.

Anders verhält es sich mit alten Maulwurfshügeln, die zwischenzeitlich durch die Platzpflege eingeebnet wurden, um wieder zuzuwachsen. Es liegt keine aktuelle Veränderung des Bodens durch ein grabendes Tier vor. Der Ball muß gespielt werden, wie er liegt und es gibt keine straflose Erleichterung.

Ich wünsche Ihnen weiterhin ein schönes Spiel

Lisa Sprecher
Spielführerin

 

Regelfrage für August

Wie droppe ich richtig, wenn mein Ball an der Mauer an der 10 liegt?

Die Mauern rechts und links vom Grün an Loch 10 sind Stützmauern, die nach unseren Platzregeln unbewegliche Hemmnisse sind.

Ein unbewegliches Hemmnis wird nach den neuen Regeln genauso wie Boden in Ausbesserung oder zeitweiliges Wasser in den Definitionen unter dem Begriff ungewöhnliche Bodenverhältnisse erfasst. Die zulässigen Erleichterungsmöglichkeiten sind in Regel 16,I erfasst:

Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • der Ball des Spielers berührt (selten) oder liegt in oder auf der Stützmauer (auch selten)
  • die Stützmauern beeinträchtigen den beabsichtigten Stand (kann passieren) oder den Raum des beabsichtigten Schwunges des Spielers (passiert wohl am meisten: es verlangt keiner, dass Sie beim Durchschwung ihren Schläger an der Stützmauer beschädigen)

Nach Regel 16, I b darf der Spieler, wenn mindestens eine der oben genannten Beeinträchtigungen vorliegt, den Ball droppen und aus einem Erleichterungsbereich spielen:

  • Bezugspunkt ist immer der nächst gelegene Punkt vollständiger Erleichterung
  • Gemessen von diesem Bezugspunkt ist die Größe des Erleichterungsbereiches eine Schlägerlänge, aber mit der Einschränkung, dass der Erleichterungsbereich immer im Gelände (nicht auf dem Grün) und nicht näher zum Loch als der Bezugspunkt liegen darf.

Wenn Sie also an der Stützmauer liegen, simulieren Sie Ihren Schlag so lange, bis Sie sicher sein können, dass Sie weder Ihren Schläger beim Auf- oder Durchschwung beschädigen, noch daß ihr Stand behindert ist. Die gedachte Lage des Balles markieren Sie mit einem Tee und messen danach den Erleichterungsbereich ab.

Und was ist noch zu beachten:

Der nächst gelegene Punkt vollständiger Erleichterung kann im Einzelfall oberhalb der rechten Stützmauer, auf dem Plateau sein, z.Bsp. wenn der Ball auf der Treppe der Stützmauer zur Ruhe kommt.

Die erlaubte Erleichterung von ungewöhnlichen Platzverhältnissen kann zu besseren oder zu schlechteren Umständen führen: Nichts in Regel 16 verlangt von dem Spieler, dass identische Umstände beibehalten werden müssen, nachdem die zulässige Erleichterung in Anspruch genommen wurde.

Und zuletzt die viel diskutierte Frage, wenn der Ball in Höhe des Grünanfanges an der rechten Stützmauer liegt: Wenn es nicht eindeutig unvernünftig ist, den Ball mit einem bestimmten Stand oder Schlag zu spielen, kann Erleichterung in Anspruch genommen werden, 16 I a (3).

Der Ball muss also nicht mit dem technisch möglichen Schlag nach links auf das Grün gespielt werden, wenn er vor der rechten Stützmauer liegt. Der Spieler kann die Erleichterungsmöglichkeit nutzen und sich danach auch noch frei entscheiden, welchen Schlag er ausführen will. Er kann versuchen die Fahne anzugreifen, er kann aber auch trotz der Erleichterung immer noch nach links auf des Grün spielen, weil er sich den Schlag über die Mauer doch nicht zutraut.

Regel 16 gewährt eben nur Erleichterung wegen der Stützmauern, eine Garantie für einen freien Schlag zur Fahne ist nicht gegeben.

Ich wünsche weiterhin ein schönes Spiel

Lisa Sprecher
Spielführerin

 

Regelfrage für Juli

Identifizieren eines Balles oder wie vermeide ich einen Strafschlag

H. und M. spielen Ihren Abschlag  jeweils auf verschiedene Seiten des Fairways und die Bälle kommen im Semirough zur Ruhe.

H. bückt sich, um erkennen zu können, ob der dort gefundene Ball seiner ist. Er erkennt seine Markierung auf dem Ball und spielt weiter Richtung Grün.

M. versucht es auf die gleiche Art und Weise, allerdings erfolglos, weil er seine Markierung auf dem Ball nicht erkennen kann. Daraufhin nimmt er den Ball hoch und bemerkt, dass es tatsächlich nicht sein Ball ist. H. ist inzwischen zu M. herüber gelaufen. Als er sieht, dass M. den Ball zurücklegt, sagt er ihm, dass M. ihm habe Bescheid geben müssen, den Ball zur Identifizierung aufzuheben und dass er den Ball habe markieren müssen. Im Turnier würde M sich einen Strafschlag zuziehen.

  • Nach den neuen Regeln gibt es seit Anfang 2019 nicht mehr die Pflicht, seinen Zähler die Absicht anzukündigen, den Ball zur Identifizierung aufzuheben. H. hätte also mit diesem Hinweis Unrecht. Diese Anforderung ist wegen der angestrebten Spielbeschleunigung abgeschafft  worden. Es wird auf die Redlichkeit des Spielers vertraut, sich korrekt zu verhalten und keine Verbesserung der Lage des Balles zu versuchen.
  • Tatsächlich besteht aber weiterhin die Pflicht, die Stelle des Balles vor der Bewegung, um ihn zu identifizieren, zu markieren, Regel 7.3. Mit Bewegen des Balles ist die notwendige Bewegung zur Identifizierung gemeint, das kann ein Aufheben sein oder ein Drehen des Balles am Ort, wo der Ball zur Ruhe gekommen ist. Auch bei einem Drehen muss markiert werden!

Da es sich aber nicht um M. s Ball gehandelt hat, würde M. im vorliegenden Fall wegen der fehlenden Markierung des Balles keinen Strafschlag erhalten.

Wäre es M.s Ball gewesen, hätte er sich wegen der fehlenden Markierung einen Strafschlag zugezogen.

Und wie geht die Geschichte weiter: M. findet seinen Ball ein paar Meter weiter, ist sich aber nicht mehr sicher. Er steckt ein Tee direkt daneben in den Boden,  hebt den Ball auf oder dreht den Ball, bis er erkennt, dass es sein Ball ist. Er bringt den Ball in die ursprüngliche Lage zurück und entfernt das Tee, um weiter zu spielen.

Fazit: Bitte markieren Sie immer einen Ball, bevor sie ihn zwecks Identifizierung absichtlich bewegen: sie erkennen erst danach, ob es ihr Ball ist oder nicht. So vermeiden Sie den Strafschlag auf jeden Fall!

Ich wünsche Ihnen weiterhin ein schönes Spiel.

Lisa Sprecher
Spielführerin

Video - Ball identifizieren nicht mehr ankündigen