Birdie -Par - Bogey

Wenn sich Golfer über ihre Runden unterhalten, fallen immer wieder die Begriffe Bogey, Par und Birdie. Par und Birdie hoffentlich häufiger als das Bogey, schließlich ist das Birdie erstrebenswert, da man es notieren kann, wenn man an einem Loch den Platzstandard unterboten hat. Das Bogey verkörpert das genaue Gegenteil, Par hingegen den Standard. Doch woher kommen diese Begriffe, die jeder Golfer benutzt? Wir haben in die Geschichtsbücher geblickt.

Bogey

Bevor es das Par gab, war es das Bogey, das es zu bezwingen galt. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte ein Verantwortlicher des Coventry Golf Club die Idee, die Anzahl der Schläge pro Loch zu standardisieren. Das, was zuerst "Ground Score" hieß, wurde später im Great Yarmouth Club an der englischen Ostküste zum "Bogey Score", in Anlehnung an die in Geschichten und Liedern auftretende Schreckensfigur "Bogey Man". Im deutschen Sprachraum ist der "Bogey Man" als Butzemann oder Schwarzer Mann bekannt, der Kinder bestraft, die nicht brav waren.

Der Begriff Bogey ist mit dem schottischen Ausdruck "bogle" verwandt, der einen bösartigen Kobold oder schlicht den Teufel bezeichnet. So spielten Golfer zu dieser Zeit gegen einen imaginären Spieler "Mister Bogey", den es zu bezwingen galt. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts verstand man im Golf ein Bogey als ein Ergebnis von einem Schlag über Par.

Par

Der Begriff Par ist zwar noch älter als das Bogey, konnte sich nach seinem ersten Auftritt jedoch erstmal nicht durchsetzen. 1870 brachte ein Autor den Begriff, der zuvor an der Börse bekannt war, um den normalen Wert einer Aktie zu bezeichnen, in Verbindung mit Golf. Er hatte zwei Golfprofis gefragt, welches Ergebnis man brauche, um die Open in Prestwick zu gewinnen. Das Duo erwiderte, dass man mit perfektem Spiel eine 49 auf dem Zwölf-Löcher-Kurs unterschreiben könne. Tom Morris Junior sollte das Turnier über drei Runden später mit einem Gesamtergebnis von "zwei über Par" gewinnen.

Doch der Par-Standard etablierte sich erst als die Ladies Golf Association im Jahr 1893 mit der Ausarbeitung eines nationalen Handicap-Systems begann und die United States Golf Association (USGA) später nachzog. Folgende Tabelle von 1911 sollte das Par bestimmen:

Bis 255 Yards

Par 3

255 bis 425 Yards

Par 4

426 bis 600 Yards

Par 5

Über 601 Yards

Par 6

Während in England jeder Club immer noch selbst über seinen Platzstandard - also seinen "Bogey Score" - bestimmen konnte, verfügten die amerikanischen Plätze über die Standards des Par. Es dauerte jedoch fast 15 Jahre, bis man auf der Insel nachzog und sich dem Par anpasste. Das Par im Golf ist übrigens nur eine Abkürzung und steht für "Professional Average Result", also das "Durchschnittsergebnis eines Profis".

Birdie

Dass zwei Begriffe im Golf den Namen von Vögeln haben - Eagle und Albatross - ist unverkennbar, doch das Birdie zählt ursprünglich nicht dazu. Im Amerika des frühen 19. Jahrhunderts war alles herausragende "bird". Die Verknüpfung des umgangssprachlichen Ausdrucks mit dem Golfsport beansprucht der Country Club in Atlantic City für sich.

1903 sollen drei Herren, die Brüder Smith und George A. Crump, der Architekt von Pine Valley, bei einer Runde den Begriff Birdie etabliert haben, nachdem einer der Smiths seinen zweiten Schlag nahe an die Fahne geschlagen hatte und ihn mit folgenden Worten kommentierte: "That was a bird of shot". Da er nach gelochtem Putt einen Schlag unter Par lag, war das Birdie geboren.

Während das Birdie den Golfer erfreut, ist ein "Archaeopteryx" tunlichst zu meiden. Der Urvogel gab einem Ergebnis von 15 Schlägen über Par oder mehr den Namen. Der erste, dem dies widerfuhr war Tommy Armour im Jahr 1927, zu diesem Zeitpunkt amtierender US-Open-Champion. Da der Archaeopteryx vor Millionen von Jahren ausgestorben ist, kann man nur hoffen, dass er einem auch nicht auf der Scorekarte begegnet.

Bleibt weiterhin gesund

Lisa Sprecher und Sebastian Schieß

 

Ihr neues Hcp - News zum WHI

Es ist soweit, pünktlich zum 1. Dezember:

Die in das World Handicap System konvertierten Handicaps sind in der PC Caddie-App (auf die drei Balken rechts neben dem Namen klicken) auch für unsere Mitglieder lesbar. So manch einer hat daher heute sicherlich eine Überraschung erlebt. Meine war positiv, denn ich bin jetzt wieder meiner durchschnittlichen Spielstärke näher als vorher.

Welche Bedeutung hat das nun? Erst einmal keine, es sei denn, Sie spielen in nächster Zeit vorgabewirksam, was bei den Witterungsverhältnissen in Deutschland nicht möglich sein wird. Auf die Berechnung des neuen Handicaps hatte der Club übrigens keinerlei Einfluss, sie wurde anhand der in Ihrem Stammblatt dokumentierten Ergebnisse vorgenommen.

Leider sind aus den bekannten Gründen keine Informationsveranstaltungen möglich und vermutlich auch nicht bis zum Anfang der neuen Saison. Alles Wissenswerte für Sie, worauf Sie sich in Ruhe bis zum Frühjahr einstellen können, hat der Golfverband unter dem Link veröffentlicht. Außerdem möchte ich auf die Informationen in der Regelfrage von Oktober verweisen.

Video - Erklärung WHI

Bleiben Sie gesund und auch in 2021 ein schönes Spiel.

Lisa Sprecher
Spielführerin

 

Regelfrage für Oktober

Was ist schon bekannt über das neue Handicap-System WHI?

Inzwischen werden wir soviel gefragt, dass ich nachfolgend die vom DGV schon veröffentlichten Informationen zusammenfassen möchte. Die Antworten auf die Fragen, die am meisten gestellt wurden, habe ich fett markiert.

Unverändert werden Handicaps auch zukünftig bis zu einem maximalen Handicap von 54 geführt.

Sehr wichtig war es für den DGV außerdem, dass die einzelnen Nationalverbände auch weiterhin entscheiden können, ob der Anstieg eines Handicaps bei einem bestimmten Wert gestoppt werden kann. Dieser Wert wird nach wie vor bei 26,5 liegen. Oberhalb von 26,5 kann sich ein Golfer nur herabspielen. In dem Bereich erfolgt keine automatische Heraufsetzung, es sei denn, auf Wunsch des Spielers.

Weiterhin unverändert bleibt die Kalkulation der Handicaps auf Basis des Course Ratings, also mit Hilfe der Course-Rating- und Slope-Werte. Wie schon bisher gewohnt, wird je nach Abschlag, Handicap und Spieler die individuelle Spielvorgabe ermittelt, die zukünftig nur „Playing Handicap“ heißen wird.

Auch die bei uns sehr beliebten vorgabenwirksamen Runden über 9 Löcher werden bleiben.

Schon heute können vorgabenwirksame Runden außerhalb von Turnieren als Extra Day Score, oder EDS-Runden gespielt werden. Auch das wird weiterhin möglich sein. Hier ändert sich nur der Name in „registrierte Privatrunden“. Andere private Runden, also alle nicht zuvor registrierten, werden auch weiterhin nicht zur Handicap-Berechnung genutzt.

Unverändert bleiben auch die Spielformate, die zur Handicap-Berechnung genutzt werden. So sind auch im World Handicap System nur Einzel-Zählspiele, das Zählspiel nach Stableford, der Maximum Score und die nur sehr selten gespielten Par oder Bogey Spiele vorgabenwirksam.

Es werden jedoch auch einige Neuerungen auf uns zukommen.

Besonders ungewohnt wird dabei sicher die Berechnungsmethode sein. Statt das erzielte Handicap nach vorgabenwirksamen Runden herauf- oder herab zu setzen, wird zukünftig der Handicap Index nach dem Durchschnitt berechnet.

Dazu werden die besten 8 der letzten 20 Ergebnisse bewertet. Aus diesen 8 Ergebnissen wird der Durchschnitt ermittelt. Angerechnet werden die Ergebnisse der letzten 4 Jahre. Viele Spieler haben innerhalb der letzten 4 Jahre jedoch weniger als 20 Ergebnisse erzielt. In diesen Fällen werden die Handicap Indizes aus weniger als 8 Ergebnissen ermittelt. Der DGV hat dazu folgende Tabelle erstellt:

Ergebnisse                                        Wertung

20                                                     Durchschnitt der niedrigsten 8

19                                                     Durchschnitt der niedrigsten 7

17-18                                               Durchschnitt der niedrigsten 6

15-16                                               Durchschnitt der niedrigsten 5

12-14                                               Durchschnitt der niedrigsten 4

9-11                                                  Durchschnitt der niedrigsten 3

7-8                                                   Durchschnitt der niedrigsten 2

6                                                       Durchschnitt der niedrigsten 2

5-1                                                   das niedrigste Ergebnis

 

Diese Berechnung setzt natürlich die elektronische Erfassung der Spielergebnisse voraus, weshalb wir uns in den nächsten Monaten auch mit der Einführung der elektronischen Scorekarte befassen werden.

Da es keine unterschiedlichen Vorgabenklassen mehr geben wird, entfallen auch Einschränkungen für die bisherige Vorgabenklasse 1. Im World Handicap System können somit auch Spieler mit einem Handicap Index von 4,4 oder besser, handicaprelevante Privatrunden spielen und an 9-Löcher-Turnieren teilnehmen.

Eine weitere wichtige Neuerung für uns ist, dass ab 2021 alle Einzel-Zählspiel-Turniere während der Spielsaison immer handicaprelevant sein werden. Von Mai bis September haben Spielleitungen somit nicht mehr die Wahl, ein Einzel Zählspiel-Turnier „nicht vorgabenwirksam“ auszuschreiben. Im April und Oktober obliegt diese Entscheidung dem Club.

Es ist aber alles längst nicht so schlimm, wie es sich anhört. Ich wünsche daher weiterhin ein entspanntes Spiel.

Lisa Sprecher
Spielführerin