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Regelfrage für Dezember

Schlamassel!

Nach einigen regnerischen Tagen scheint wieder die Sonne. Lisa ist ein toller Abschlag gelungen und nun will sie das Grün angreifen. Leider ist der zweite Schlag dann aber doch etwas zu kurz und landet im Bunker vor dem Grün. Am Hindernis angekommen, muss sie feststellen, dass ihr Ball an einer Stelle liegt, wo zuvor eine Pfütze gewesen ist. Es steht zwar kein Wasser mehr drin, aber der Ball liegt völlig verdreckt eingegraben im noch immer matschigen Untergrund. Um zu prüfen, ob es sich hier nicht doch um zeitweiliges Wasser handelt setzt Lisa einen Fuß in der Umgebung des Balls auf. Doch es sammelt sich kein Wasser um ihren Schuh – die Regel für zeitweiliges Wasser ist also leider nicht anwendbar. „Da bleibt Dir nichts anderes übrig, als Augen zu und einfach raushauen,“ rät ihr Mitspielerin Gaby. Hat sie Recht oder gibt es noch andere Möglichkeiten um aus dem Schlamassel zu kommen?

  1. Die Möglichkeit den Ball zu spielen wie er liegt (Regel 13), wozu Gaby rät, zieht zwar keinen Strafschlag nach sich, doch der Ball darf nicht aufgenommen und gereinigt werden. 
  2. Lisa kann ihren Ball unter Inkaufnahme eines Strafschlags für unspielbar erklären und ihn im Bunker innerhalb von zwei      Schlägerlangen nicht näher zur Fahne droppen (Regel 28). Bei dieser Variante darf sie den Ball reinigen oder einen neuen Ball ins Spiel  bringen. 
  3. Lisa kann unter Inkaufnahme eines Strafschlages an die Stelle zurückgehen, von der sie den Schlag in den Bunker ausgeführt hat und den beim ersten Anlauf zu kurz geratenen Schlag noch einmal ausführen. 

Alle drei Möglichkeiten wären regelkonform. Die Spielerin selber kann entscheiden, welche Variante für sie die Beste wäre.

Zeitweiliges Wasser

kann oftmals durch Regen oder kurze Schauer auftreten. Selbst Schnee zählt zu zeitweiligem Wasser, eine Matschfläche aber nicht. Bei zeitweiligem Wasser kann der Ball entsprechend den Regeln straffrei neu gedroppt werden.

8 BALL UNSPIELBAR

REGEL 28 BALL UNSPIELBAR

Der Spieler darf seinen Ball überall auf dem Platz für unspielbar halten, ausgenommen, der Ball ist in einem Wasserhindernis. Ob sein Ball unspielbar ist, unterliegt einzig und allein der Entscheidung des Spielers. 

Hält der Spieler seinen Ball für unspielbar, muss er mit einem Strafschlag: 

a) nach Regel 27-1 unter Schlag und Distanzverlust verfahren, indem er einen Ball so nahe wie möglich der Stelle spielt, von der der ursprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde (siehe Regel 20-5); oder 

b) einen Ball in beliebiger Entfernung hinter dem Punkt, an dem der Ball lag, fallen lassen, wobei dieser Punkt auf gerader Linie zwischen dem Lochund der Stelle liegen muss, an der der Ball fallen gelassen wird; oder 

c) einen Ball nicht näher zum Loch innerhalb zweier Schlägerlängen von der Stelle, an der er lag, fallen lassen. 

Ist der unspielbare Ball in einem Bunker, darf der Spieler nach a, b oder c dieser Regel verfahren. Verfährt er nach b oder c, muss ein Ball in dem Bunker fallen gelassen werden. 

Der Spieler darf, wenn er nach dieser Regel verfährt, seinen Ball aufnehmen und reinigen oder einen anderen Ball einsetzen. 

STRAFE FÜR REGELVERSTOSS: 
Lochspiel – Lochverlust; 
Zählspiel – Zwei Schläge 

Decisions zur Regel

Nur der Spieler allein entscheidet, wann sein Ball unspielbar ist. Jegliche Einmischung und gute Ratschläge der Mitspieler oder des Gegners, ob der Ball unspielbar oder vielleicht doch spielbar sei, stellt bereits eine Belehrung und damit einen Verstoß gegen Regel 8-1 dar. 

Ausnahme: Im Wasserhindernis hat der Spieler bereits mehrere Optionen nach Regel 26, wie er mit seinem Ball verfahren will, deshalb darf im Wasserhindernis nicht nach Regel 28 vor- gegangen werden. 

Bei unspielbarem Ball hat der Spieler drei Möglichkeiten, seinen Ball mit einem Strafschlag wie folgt zu droppen: 
a) an der Stelle des vorherigen Schlags; 
b) auf der Linie „Ball – Fahne" zurück soweit, 
   wie der Spieler es möchte; 
c) innerhalb von zwei Schlägerlängen nicht näher zum Loch. 

Merke: Rollt der Ball wieder in die unspielbare Lage zurück, so hat der Spieler Pech gehabt, dass er dieses Risiko nicht durch die Wahl einer der anderen Optionen zum Weiterspielen ausgeschlossen hat: Der Ball ist im Spiel und muss gespielt werden, wenn er nicht erneut mit einem weiteren Strafschlag für unspielbar gehalten werden soll.