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Regelfrage für Mai

Ankündigung eines provisorischen Balls

Heinz ist ein echter Longhitter. Leider fliegen seine Bälle nicht immer in die gewünschte Richtung. So donnert er auch heute seinen Abschlag ordentlich ins Rough. „Oh, der könnte weg sein,“ sagt er und schlägt ohne weitere Ankündigung einen zweiten Ball. Verhält er sich richtig?

Antwort: Nein, denn Regel 27-2a sieht ausdrücklich vor, dass der Spieler seinem Gegner, Zähler oder Mitbewerber ankündigen muss, dass er beabsichtigt, einen provisorischen Ball zu spielen. Die Erklärung des Spielers muss ausdrücklich die Worte „provisorischer Ball“ erwähnen oder eindeutig zum Ausdruck bringen, dass er entsprechend Regel 27-2a verfahren will. Folglich hat ein Spieler, der nichts sagt, einen anderen Ball ins Spiel gebracht.

Nachfolgend einige Beispiele für Erklärungen, die die Anforderungen an die Ankündigung eines provisorischen Balls nicht erfüllen:

  1. „der könnte verloren sein“
  2. „der könnte weg sein“
  3. „ich werde wohl besser einen anderen spielen“
  4. „den finde ich nie wieder. Ich spiele noch einen“

27-2
Provisorischer Ball

a) Verfahren 

Kann ein Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder im Aus sein, darf der Spieler zur
Zeitersparnis in Übereinstimmung mit Regel 27-1 provisorisch einen anderen Ball spielen. 


Der Spieler muss: 
(I) seinen Gegner im Lochspiel bzw. seinen Zähler oder einen Mitbewerber im Zählspiel unterrichten,
dass er beabsichtigt, einen provisorischen Ball zu spielen; und


(II) muss den provisorischen Ball spielen, bevor er oder sein Partner nach vorne gehen, um den
ursprünglichen Ball zu suchen.  

Versäumt er es, die oben genannten Anforderungen zu erfüllen, bevor er einen anderen Ball spielt, ist dieser Ball kein provisorischer Ball und wird unter Strafe von Schlag und Distanzverlust (Regel 27-1) zum Ball im Spiel; der ursprüngliche Ball ist verloren. 


(Spielfolge vom Abschlag – siehe Regel 10-3.) 


Anmerkung: Kann ein nach Regel 27-2a gespielter provisorischer Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder im Aus sein, darf der Spieler einen weiteren provisorischen Ball spielen. Ist ein weiterer provisorischer Ball gespielt, steht dieser zum vorigen provisorischen Ball im selben Verhältnis wie der erste provisorische Ball zum ursprünglichen Ball. 

Erläuterung:

"Zeit sparen und den Spielfluss auf dem Platz wahren" könnte als oberstes Ziel dieser Regel beschrieben werden. Um den ggf. längeren Weg zurück zur Stelle des letzten Schlags zu sparen und damit das Spiel nicht unnötig zu verzögern,
sollte ein Spieler lieber einmal zu oft als zu wenig einen provisorischen Ball spielen. 


Kann der erste Ball nur in einem Wasserhindernis verloren sein, so ist der zweite Ball kein provisorischer Ball, sondern „Ball im Spiel". 

In einem anderen Fall darf ein provisorischer Ball gespielt werden, da der Ball ja auch außerhalb eines Wasserhindernis verloren sein könnte. Wird der Ball jedoch z. B. nach einer Suche im Rough neben einem Wasserhindernis dann nicht gefunden, so darf daraus nicht der Schluss gezogen werden, der Ball müsse nun sicher im Wasserhindernis liegen. Denn wenn er außerhalb mit Sicherheit gefunden worden wäre, hätte kein provisorischer Ball nach Regel 27-2 gespielt werden dürfen. 

Um in dem vorstehenden Beispiel nach der Wasserhindernisregel verfahren zu dürfen, muss der ursprüngliche Ball entweder im Wasser gefunden werden oder es muss eine andere Person (z. B. aus einer anderen Spielergruppe oder Zuschauer) bestätigen, dass der Ball im Wasserhindernis ist. 

Ergibt sich erst an der Stelle, an der man den ersten Ball vermutet, dass auf Grund der Beschaffenheit des Geländes der ursprüngliche Ball nur in einem Wasserhindernis verloren sein kann, so ist dies auch eine später gewonnene Erkenntnis, die dazu berechtigt, nun die Regel 26 (Wasserhindernis) anzuwenden. 

Hat ein Spieler das Pech, dass auch sein provisorischer Ball verloren sein könnte, so darf wiederum ein provisorischer Ball gespielt werden, der aber auf jeden Fall wieder als solcher angekündigt werden muss, wenn er nicht sofort den
unmittelbar vorgehenden Ball ersetzen soll.