Sie sind tatsächlich gekommen!

Jahrelang haben die Naturfreunde des Golfclubs Mettmann spekuliert – ist er da? Was ist – wenn ja – aus der Brut geworden? Sie haben zahlreiche Nistkästen und Röhren in den Bäumen aufgehängt, sie gesäubert und kontrolliert. Es wurden auch leere Eier gefunden, leider wohl vom Marder geräubert. Die Wildkamera dokumentierte zumindest dessen Anwesenheit. Und in den Kästen gab es auch viele Spuren von Fremdbewohnern wie Insekten, Eichhörnchen, Vögel. Nun aber sind die Steinkäuze wieder offiziell der offenen „Einladung“ gefolgt, eingezogen und bestätigt. Trotz der Widrigkeiten.

Mit dieser Erkenntnis erfreuten die Steinkauz-Experten Roman Jähne und Dominic Stuhl (NABU) elf naturbegeisterte GCM-Mitglieder und Freunde bei einer zweistündigen Wanderung über den Platz. Die Experten sind sich sicher: „Sie sind da – und hier auf dem wundervollen Gelände mit den Obstbaumwiesen ist es ideal für die Steinkäuze, hier wäre sogar Platz genug für vier Paare“.

Fakten, Fakten, Fakten ...
Als Beweis konnten die Wanderer das sogenannte Gewölle unter einem Brutkasten bestaunen – unverdauliche Nahrungsreste mit Mäusezähnchen, Knöchelchen und Käferpanzern. Immer wieder trugen die Experten Spannendes aus dem Leben der Käuzchen vor. Dass sie sehr scheu sind und sich nicht nur von Menschen schnell gestört fühlen, sondern auch von Artgenossen wie dem stärkeren Waldkauz.

Selbst die Voice-Kamera, die der NABU jetzt zur Brutbeobachtung installiert, darf darum kein Störfaktor sein. Die Fotos und Stimmaufnahmen erwartet die GCM-Naturgruppe voller Spannung im Sommer.

Eine Wanderung mit positiven Folgen
Keine vier Wochen später setzten die beiden Steinkauz- und Natur-Experten bereits die ersten ihrer spontan auf der Wanderung entwickelten Vorschläge zur Erweiterung des Angebots für seltene Vögel auf dem GCM-Gelände um. Am Montag, dem 06.05.2024 installierten sie einen weiteren Steinkauz-Kasten auf der Obstwiese vor dem Clubhaus und einen Nistkasten für den wunderschönen Wiedehopf neben der Bahn 14. Projekte, die direkt mit den Teilnahmegebühren der Mitwanderer finanziert werden konnten. So wurden die interessierten Mitglieder informiert und förderten direkt weitere Naturinitiativen. Und die Experten gewannen eine noch bessere Kenntnis über die fantastischen Möglichkeiten von Natur- und Tierschutz jenseits der Spielbahnen.

Die Naturgruppe des GCM freut sich.

 

Irina Ludewig

 

Auf den Fotos zu sehen:

 

·         Roman Jähne (links) und Dominic Stuhl beim „Installieren“ des neuen Steinkauz-Kastens.

·         Nur wenig über dem Boden: die Einladung für den Wiedehopf beim GCM sesshaft zu werden.

·         So richtig zum Knuddeln: So süßen Steinkauz-Nachwuchs haben wir hoffentlich auch bald beim GCM.

·         Jede Menge Infos auf der im vergangenen Jahr errichteten Steinkauz-Tafel neben Abschlag 13.

·         Mardersicher? Ein Versuch des NABU – Steinkauz-Kasten auf einem Mast auf einer Obstwiese des Clubs.

·         Bitte nicht stören: die GCM-Wanderer schlichen in der Nähe von Steinkauz-Behausungen – ganz leise, möglichst unauffällig, nur kurz und nicht zu nah (2 Fotos).

·         Ein Steinkauz-Ei im Vergleich mit einem Golfball und typisches Gewölle aus dem vergangenen Jahr.

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